Zwei Pressures bei 34 Drop-backs. So oft haben die Chiefs Bo Nix in Denver unter Druck gesetzt, laut ESPN der schwächste Wert eines Teams in einem Spiel in dieser Saison. Kein Wunder, dass die Broncos am Ende aus einem 13:24 noch ein 28:24 gemacht haben.
Es ist kein Einzelfall. Nach sieben Spielen haben die Chiefs erst neun Sacks, so wenige wie kein anderes Team der Liga. Während alle über Receiver diskutieren, ist unser Pass-Rush mindestens genauso ein Problem. Welche Spieler könnten bis zur Deadline am 10. November helfen?
Wo die D-Line gerade steht
- Chris Jones: Unser Superstar hat nach sieben Spielen erst einen halben Sack. Laut ESPN kommt er auf 14 Pressures und eine Pass-Rush-Win-Rate von 13,1 Prozent, das ist Platz 35 der Liga. Zum gleichen Zeitpunkt 2025 lag er noch auf Platz 5. Jones ist 32 und sieht die achtmeisten Doppeldeckungen der Liga. Spagnuolo sagt: „We're just going to rely on him to find a way to win.“
- Edge: George Karlaftis führt das Team mit gerade einmal zwei Sacks an. Felix Anudike-Uzomah, Ashton Gillotte und Rookie R Mason Thomas gewinnen laut ESPN ihre Eins-gegen-eins-Duelle nicht konstant.
- Innen: Neben Jones startet Khyiris Tonga. Erstrunden-Pick Peter Woods fiel in Denver mit einem Stinger aus, einer Nervenverletzung im Nacken-Schulter-Bereich. Ob er am Sonntag gegen die Jets spielen kann, ist offen.
Dazu kommt das Geld: Laut Athlon Sports haben die Chiefs nur noch rund zwei bis drei Mio. US-Dollar Cap Space. Jeder Trade braucht also entweder einen günstigen Vertrag oder Umstrukturierungen.
Khalil Mack: Der Veteran für den Titel-Run
Mack ist 35 Jahre alt und gehört zu den besten Pass-Rushern seiner Generation. 2016 wurde er bei den Raiders Defensive Player of the Year, 2018 tradeten ihn die Raiders zu den Bears. Seit 2022 spielt er für die Chargers und hat in dieser Saison drei Sacks und fünf Tackles für Raumverlust gesammelt, bei 71 Prozent der Snaps.
Die Chargers stehen bei 0-7. Sein Vertrag über 18 Mio. US-Dollar läuft nach der Saison aus, wir müssten also nur den Rest des Gehalts für diese Saison übernehmen. Tom Pelissero schreibt, die Chargers wollten ihre Leistungsträger eigentlich nicht abgeben, könnten bei 0-8 aber zuhören. Als Untergrenze für den Preis nennt er den Trade von DeForest Buckner, der für einen Viertrunden-Pick von den Colts nach San Francisco ging.
Aber: Jim Harbaugh hat diese Woche klar gesagt, dass er Mack behalten will, er sei „one of the pillars of our team“. Die Bears gelten als Interessent. Und ein Trade innerhalb der AFC West ist ohnehin selten.
Josh Sweat: Der Super-Bowl-Albtraum
Josh Sweat kennen wir aus keiner guten Erinnerung. Im Super Bowl LIX holte er für die Eagles zweieinhalb Sacks gegen Mahomes. Inzwischen spielt der 29-Jährige für die Arizona Cardinals, die bei 3-5 stehen. Nach einem schwachen Start hat er in den letzten vier Spielen drei Sacks geholt.
Sein Vertrag läuft über vier Jahre und 76,4 Mio. US-Dollar bis 2028, ab 2027 ist nichts mehr garantiert. Arizona verlangt laut Berichten einen Zweitrunden-Pick, mehrere Teams sollen interessiert sein, die Cowboys gelten als lautester Interessent. Sein Grundgehalt in dieser Saison liegt bei 9,78 Mio. US-Dollar. Ohne Umstrukturierung passt das nicht unter unseren Cap.
Nolan Smith und Moro Ojomo: Die jungen Eagles
Auch die Eagles hätten zwei interessante Spieler. Edge Nolan Smith ist 25, war 2023 Erstrunden-Pick und hat in sechs Spielen drei Sacks geholt. Die Eagles haben seine Option für 2027 gezogen, er ist also noch zwei Jahre unter Vertrag. PhillyVoice schätzt seinen Wert auf einen Zweitrunden-Pick, Berichte über Gespräche gibt es keine.
Defensive Tackle Moro Ojomo würde unsere Lücke innen schließen, solange Woods fehlt. Der frühere Siebtrunden-Pick hat in dieser Saison noch keinen Sack, aber mit 18 Pressures die meisten im Team. Laut Albert Breer haben die Eagles schon Anrufe bekommen, Howie Roseman hat den Teams aber gesagt, dass Ojomo nicht verfügbar ist. Sie wollen mit ihm verlängern.
Unsere Einschätzung
Ich würde Khalil Mack holen, als Leihspieler für den Rest der Saison. Er ist kein langfristiges Projekt, aber genau der Typ Spieler, der in den Playoffs den Unterschied macht. Neben ihm würde auch Chris Jones wieder mehr Eins-gegen-eins-Duelle bekommen.
Der Preis wäre überschaubar. Ein Pick aus Runde vier wie bei Buckner, dazu nur das Gehalt für die restlichen Wochen. Sweat und Smith würden mindestens einen Zweitrunden-Pick kosten, Ojomo ist nicht zu haben.
Realistisch ist der Trade allerdings nicht. Harbaugh will Mack halten, die Bears sind interessiert, und Insider James Palmer berichtet, dass die Chiefs nur nach Receivern schauen. Dabei zeigen die Zahlen aus Denver, dass der Pass-Rush mindestens genauso dringend ist.
Was meint ihr: Receiver oder Pass-Rusher, was brauchen die Chiefs dringender?
Stand: 6. November 2026. Quellen: ESPN (November 2026), Bleacher Report (Oktober 2026), Chicago Sun-Times (November 2026), Yardbarker (November 2026), NBC10 (Oktober 2026), Philadelphia Inquirer (Oktober 2026), Football Nation USA (November 2026), Yahoo Sports (November 2026)
